Kapitel 5

 

Das Leopesel und das Zippeldi Pomp waren bald zielstrebig losmarschiert. Sie hatten einen langen Weg vor sich, und währenddessen viel Zeit für Gedanken und Gespräche. Zuerst stellte das Leopesel eine spannende Frage,

 

"Sag mal Leo, wo hast du denn immer wieder all' die bunten Farben herbekommen? Die wachsen ja nicht auf Bäumen, oder?"

 

"Hmmm..." grübelte das Leopesel, "ich muss gestehen, ich besorgte sie mir aus dem Abfallbehälter von Madeleines Eltern. Die haben Unmengen davon, weil doch der Papa ein Malermeister ist.  Menschen haben es gut. Bei denen gibt es kein Pinselgefängnis und keine Farbenpolizei."

 

"Weiß Madeleine darüber Bescheid? Hast du sie etwa gefragt?" wollte sein Begleiter aufgeregt wissen.

"Natürlich. Um genau zu sein, war es sogar ihre Idee. Sie fand es äußerst praktisch, dass die ungebrauchten Farbreste noch eine sinnvolle Bestimmung finden konnten. Ich musste ihr aber zuerst erklären, was ein Pinselgefängnis oder wer die Farbenpolizei ist. Da hat sie nicht lange gefackelt und mir die Behälter mit den Resten gezeigt. Sie meinte, da es sich um Abfälle handelt, könnte ich mich relativ unauffällig daraus bedienen. Madeleine schlug auch vor, ich solle Regenbögen malen. Das geht schnell und einfach, die sind super bunt und haben eine fantasievolle Bedeutung. Leo, wusstest du wofür die  stehen? Die stehen für Frieden, Freiheit und Freundschaft."

 

"Was du nicht sagst, Zippel. Nein, das wusste ich nicht, klingt aber toll" staunte das Leopesel. Aber auch darüber, in was für ein aufregendes Abenteuer es hineingeraten war, das sonst so schüchterne Wesen.

 

"Soso, das hätte ich mir nicht gedacht. Madeleine ist also auch dabei?" freute es sich darüber, dass sein Vorschlag sie zu besuchen, offenbar mitten ins Schwarze getroffen hatte.

 

Das Zippeldi Pomp ergänzte nun etwas wilder zappelnd, "Ja, und sie hat Freunde, die uns bestimmt dabei helfen wollen, deinen Plan in die Tat umzusetzen. Hast du dir denn jetzt schon einen ausgedacht?"

 

Das Leopesel erwiderte ruhig und bestimmt, "Nein, Zippeldi, das habe ich noch nicht. Außer Madeleine zu fragen, ob sie uns dabei unterstützt, ist mir noch nichts Bedeutsames eingefallen. Aber weißt du, in vielen Köpfen wohnen viele Ideen. Vielleicht fällt uns ja gemeinsam etwas Schlaues ein. Ich habe auch davon gehört, dass sie mit dem Zauberstern befreundet sein soll. Vielleicht können wir ihn davon überzeugen, ebenfalls mitzumachen. Dann hätten wir einen mächtigen und farbenfrohen Verbündeten."

 

"Du hast recht Leo. Wir gewinnen zuerst mehr Verbündete und schmieden dann alle zusammen einen Plan. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, lass uns sputen, damit wir bei Madeleines Haus sind, bevor es dunkel wird und alle schon schlafen."

 

Unsere  beiden Helden gingen ab jetzt etwas schweigsamer des Weges. Sie wirkten zufrieden und verloren nichts von ihrem Tatendrang, obwohl es noch ein gutes Stück zu laufen war.

 

Madeleine Püree, das Mädchen mit vielen guten Lösungen für schwierige Probleme und schlauen Antworten auf wichtige Fragen, wohnte im Haus ihrer Eltern am anderen Ende des Gartens. Sie verstand sich seit Langem mit dem Zauberstern recht gut. Der Zauberstern ist ein einzigartiges Wesen im Universum. Er bringt als Bote die Antworten auf alle wichtigen Fragen von einem Stern zum nächsten. Da Madeleine ihm bei früheren Erlebnissen half, einige dieser Antworten zu finden, ist er seither mit ihr freundschaftlich verbunden und verbringt seine Freizeit gerne in ihrem Garten. Meistens bestrahlt er ihn sonnig, so dass sich alle Bewohner über das helle Licht und die wohlige Wärme freuen. Der Zauberstern ist sehr neugierig, sehr heiß, und sehr bunt. Er leuchtet  abwechselnd in verschiedenen Farben, und verbreitet positive Stimmung indem er uns unerwartet mit seinem Zaubersternkitzelstrahl beschießt. Damit zielt er gerne auf die Nasenspitze, und du musst sofort grinsen oder manchmal sogar laut lachen. Immer wenn du draußen im Freien spielst und dabei plötzlich unfassbar gute Laune bekommst, dann hat dich vermutlich gerade so ein Zaubersternkitzelstrahl voll getroffen.

 

Madeleine und der Zauberstern saßen bei einer Tasse Tee auf der Terrasse und freuten sich über den leckeren Kuchen, den ihre Mutter so gut backen konnte. Sie plauderten fröhlich miteinander und hatten absolut keine Ahnung, welches Abenteuer augenblicklich auf sie zusteuerte...

 

 




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